«Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des grossen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.», so das Bibelwort aus Titus 2, 11-14, welches dem Gottesdienst als Grundlage diente.
Weihnachten steht vor der Tür. Begehen wir dieses Fest in dem Verständnis, welches im Bibelwort zum Ausdruck kommt? Freuen wir uns darüber, dass Gott uns seinen Sohn schenkte, damit jeder Einzelne erlöst sein kann. Freuen wir uns auf Weihnachten, oder freuen wir uns, wenn es vorbei ist. Wie warten wir?
Warten ist grundsätzlich immer mit Emotionen verbunden, so die weiteren Ausführungen des Apostels. Wir entscheiden über unsere Haltung des Wartens.
Advent – bereit sein
Advent ist die Zeit der Erwartung auf das Wiederkommen des Bräutigams Jesus. Wie verbringst du diese Zeit? Freust du dich? Bist du voller Sehnsucht? Oder stresst dich der Gedanke, bist du voller Hektik? Bist du ungeduldig und bringst dich damit um den Genuss des Schönen, das da kommt?
Hast du gar Angst, weil du noch so viel im Leben erreichen möchtest? Machst du dir Sorgen um die Zukunft dieser Erde oder die Würdigkeit deiner Seele?
Der Apostel macht deutlich, dass es nicht wichtig ist was kommt, sondern wer kommt! Lass Jesus Christus in dein Herz einziehen und aus Tränen, Traurigkeit und Angst können so Hoffnung, Mut und Freude entstehen. Vertrauen wir auf Jesus, das grosse DU in unserem Leben, so sein Aufruf. Jesus wird uns nicht enttäuschen.
Advent – aktiv sein
Entscheidend ist nicht nur wie wir warten, wie unsere Haltung ist, sondern dass wir die Wartezeit nutzen. Sie ist ein Geschenk Gottes an uns, um dem Nächsten Gutes zu tun. Im Predigtbeitrag wurde diesbezüglich die Sterbe-Seelsorge angesprochen. Sie kann Ängste nehmen und Frieden schenken.
Aktives Warten verkürzt gefühlt nicht nur die Zeit, sondern hilft auch, um mehr und mehr ins Wesen Jesu hineinzuwachsen.
Advent – Gemeinschaft suchen
Alleine warten kann sehr einsam machen. Das miteinander Warten hilft. Wir sollten nie die stärkende Wirkung der Gemeinschaft unterschätzen, so der Rat von Apostel Matthias Pfützner. Auch Titus, seinerseits Heide, brauchte die Gemeinschaft, die er in der Beziehung zu Apostel Paulus fand und innig pflegte, so die Hinweise von Bischof Rudolf Fässler in seinem Predigtbeitrag. Sie haben gemeinsam auf die Wiederkunft Jesu gewartet und waren so voller Begeisterung.
Advent – stehe in Erwartung
Früher, als man sich noch gegenseitig Briefe geschrieben hat, musste man immer auf eine Antwort warten. Oftmals konnte man es kaum abwarten. Die Gedanken kreisten nur noch darum. Wann kommt endlich der Brief, was wird drin stehen? Man war voller Sehnsucht. Wie wartest du auf Jesus? Sind deine Gedanken mit göttlicher Erwartung und Sehnsucht oder mit weltlichen Wünschen gefüllt?
Advent – Zusammenfassung:
- Advent ist Wartezeit!
- Warte nicht alleine, sondern suche die Gemeinschaft.
- Achte auf deine «Warte-Haltung».
- Warte aktiv und bewege etwas im Leben. Du bist ein Kind Gottes und hast einen Auftrag.
- Als Christ darfst du auf den BESTEN warten: Jesus Christus
- Als Christ dürfen wir das BESTE erwarten: ewige Gemeinschaft mit Gott. Etwas Grösseres gibt es nicht.