Lass dein Licht hell strahlen – mindestens für einen Moment, so dass der Andere eine Gänsehaut bekommt!

23.02.2025

Liebe deinen Fremden! Dies die zentrale Botschaft von Apostel Matthias Pfützner an die Gemeinde in St. Gallen. Und gleichsam die Kurzfassung des Bibeltextes aus dem Matthäusevangelium 25, 34-35:
«Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters. Ererbt das Reich, dass euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.»

Ist Gott uns fremd geworden, so die Frage des Apostels an die Gemeinde. Gemäss einer Studie glauben nur noch 14% der Menschen an einen personalen Gott, an ein grosses DU. 30% glauben an eine Macht des Schicksals und weitere 30% an eine universelle Energie. Wie sieht es bei dir aus? Kirche mag dir fremd geworden sein, aber auch Gott?

Willst auch DU noch gehen, weil dir so vieles fremd geworden ist? Wenn nicht wir unser Licht strahlen lassen, wer dann, so zentrale Fragen des Apostels.

Im Bibeltext bezeichnet sich Jesus zunächst als einen Fremden. MEIN Gott – ein Fremder?

Die Kombination aus «fremd» und «mein» mag sich wie ein Paradoxon anhören. Das Fremde macht uns Menschen oftmals Angst, fühlt sich bedrohlich an und man geht auf Distanz, so der Apostel in seiner Erklärung. «Mein» dagegen steht für ein besitzanzeigendes Verhältnis, für Nähe und Vertrautheit. Wie bringt man nun diesen scheinbaren Gegensatz zusammen?

Der Startpunkt liegt, wie so oft, bei uns selbst. Auch in uns werden wir Unerklärliches, Befremdliches finden. Wenn wir uns in Liebe annehmen können, dann können wir den Schritt zum Nächsten wagen. Dafür braucht man nicht erst in Flüchtlingsunterkünfte und Gefängnisse zu gehen. Dafür muss man sich nicht neben dem Bettler auf die Strasse setzen, auch wenn das natürlich eine ganz konkrete Umsetzung des Aufrufes darstellt. Das Fremde findest du schon bei den Menschen in deiner Partnerschaft, in der Ehe, in Freundschaften, in deiner Gemeinde. Die Liebe hilft uns, das Paradoxon aufzulösen, das Fremde uns zu eigen zu machen, so die Auflösung des Apostels.

Öffnen wir uns also für den Menschen, den Gott uns gegenüberstellt. Dies bedingt möglicherweise, dass wir die eigene Komfortzone verlassen, Ängste überwinden und aus dem eigenen Licht heraustreten. Mit dem Verstand ist dies nicht möglich, so der Hinweis des Apostels. Es bedarf der Liebe. Statt auf Veränderung zu warten, sollten wir Gott bitten: HERR, hier bin ich. Liebe mich! Die liebende Wärme, die wir von Gott empfangen werden, können wir dann weitergeben. Wenn wir in dieser Haltung dem Nächsten begegnen, mag er uns auch zunächst fremd erscheinen, dann können wir eine Kultur entwickeln, die die Kraft hat, die Welt zu verändern, so die feste Überzeugung des Apostels.

Es gibt unzählige Gelegenheiten, dass wir alle unser Licht leuchten lassen, so die klare Message des Apostels. Wir können uns dabei nicht übernehmen, denn Gott gibt uns immer zuerst. «Sammle das Gute, geh einen Schritt weiter und schenke dem Fremden im Nächsten Licht und Liebe», so der zusammenfassende Aufruf des Apostels an die Gemeinde.

Im Predigtbeitrag vom Bezirksvorsteher wird deutlich, wie schnell wir mit Unbekannten fremdeln. Und gleichzeitig könnte dieser Fremde der beste Freund einer deiner Lieben sein. Ein Perspektivwechsel hilft, dem Fremden in Liebe begegnen zu können und statt Distanz einem personalisierten Du zu begegnen.

Apostel Pfützner spendete zwei Kinder das Sakrament der heiligen Versiegelung und ordinierte für die Gemeinde Herisau 3 Diakoninnen.