Fülle, Schutz und Erneuerung – Impulse aus 5. Mose 33,24–25

23.11.2025

Apostel Matthias Pfützner richtete im Gottesdienst den Blick der Gemeinde auf die verheissungsvollen Zusagen, die Mose dem Stamm Asser zusprach – Worte, die auch heute noch Wegweisung und Ermutigung spenden.

Grundlage des Gottesdienstes vom 23. November 2025 in der Gemeinde St. Gallen (mit Herisau und Teufen) war der Bibeltext aus 5. Mose 33,24–25: «Asser ist gesegnet unter den Söhnen. Er sei der Liebling seiner Brüder und tauche seinen Fuss in Öl. Von Eisen und Erz sei der Riegel deiner Tore; dein Alter sei wie deine Jugend!»

Dankbarkeit und Rückblick
Nach dem Lied „Lobe den Herrn, meine Seele“ erinnerte der Apostel daran, dass mit diesem Sonntag das Kirchenjahr zu Ende geht. Ein Kapitel schließt sich – verbunden mit dem Bewusstsein dafür, was hinter uns liegt. Dankbar schauen wir zurück auf alles Gute, das Gott geschenkt hat, und treten zugleich bewusst in die kommende Zeit ein. So stand einst auch Mose am Ende seines Lebensabschnitts und segnete das Volk Gottes.

Asser – gesegnet, geliebt, erwählt
Der Apostel erklärte, dass Asser – einer der zwölf Stämme Israels – im Hebräischen für der Gesegnete, der Geliebte, der Besondere steht. Gott sieht das Gute zuerst, nicht das Defizit. Der Segen, den Mose aussprach, ist ein Segen für den nächsten Abschnitt, ein Blick nach vorne, eine Zusage für die Zukunft der Gemeinde.

Warum dieser alte Text heute relevant ist – ein Blick auf Hanna
Der Apostel stellte die Frage, warum ein Jahrtausende alter Text heute eine Gemeinde noch ansprechen kann. Die Antwort findet sich bereits in der Schrift selbst: Der Segen, der über Asser ausgesprochen wurde, trägt weiter – bis hinein ins Neue Testament. Dort wird der Stamm Asser erneut genannt, und zwar im Zusammenhang mit der Prophetin Hanna (Lk 2,36). Sie gehörte zum Stamm Asser, so wird es explizit erwähnt, und erwartete den Messias mit ausdauernder Geduld und festem Glauben. So wie Hanna wartend und hoffend lebte, steht auch die Gemeinde heute – gerade im Advent – als gesegnete Gemeinschaft vor Gott, die die Wiederkunft Christi erwartet.

Drei Segenslinien aus dem Bibelwort

  1. Segen der Fülle – „Tauche deinen Fuß in Öl“
    Der Stamm Asser lebte nach der Landverteilung in einem besonders fruchtbaren Gebiet an der Mittelmeerküste. Öl steht als Bild für überfließende Fülle, Wohlergehen und Gnade. Auch heute legt Gott in jeden Menschen und in jede Gemeinde Potenzial, das sich oft erst mit der Zeit entfaltet. Der Apostel stellte die Frage: „Hast du ein Wunder zu erzählen?“ – Wunder zu entdecken und miteinander zu teilen, lässt Gottes Segen erfahrbar werden.
  2. Segen des Schutzes – „Von Eisen und Erz sei der Riegel deiner Tore“
    Riegel und Tore schützen ein Haus. So schenkt auch Gott Schutz, Halt und Stabilität. Seine Nähe trägt in allen Lebensphasen und macht es möglich, gelassen in die Zukunft zu gehen. Gott, der Segnende, bewahrt, schützt und trägt. Wer ihm vertraut, braucht sich nicht zu fürchten.
  3. Segen der Erneuerung – „Dein Alter sei wie deine Jugend“
    Erneuerung ist kein punktuelles Ereignis, sondern ein fortlaufender geistlicher Prozess. Gott führt in Wachstum, Aufbruch und Bewegung. Sein Geist hält die Gemeinde jung und lebendig. Wer den Segen bewusst mitnimmt, erfährt seine Kraft – besonders im Warten und Hoffen auf Christus. Advent bedeutet Aufbruch im Vertrauen auf Gottes Zukunft.

Gebet, Abendmahl und Blick auf Jesus
Der Apostel rief dazu auf, im stillen Gebet das schlichte und vertrauensvolle „Herr, hier bin ich“ zu sprechen. In der Überleitung zum Heiligen Abendmahl – im Anschluss an das Kinderlied „Ich lade eu ii zu Brot und Wii“ – stellte er die Frage: „Wohin richtet sich jetzt dein Blick?“. Wer auf Jesus schaut, steht im Bewusstsein seiner Liebe – und wird gesegnet.