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Gelebte Ökumene als Vorbereitung auf das Pfingstfest

19.05.2018

Gelebte Ökumene als Vorbereitung auf das Pfingstfest

 
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Kann es eine schönere Einstimmung geben, als im Geiste Christi, in der Gemeinschaft von Christen der Geburtsstunde der Kirchen zu gedenken?


Diesen Kerngedanken wollte die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen St. Gallen/ Appenzell (ACK) am Samstag, 19.05.2018, in den Mittelpunkt ihrer Einladung stellen. Gastgeberin war die Neuapostolische Kirche St. Gallen, welche innerhalb der ACK Gaststatus hat. Gewählt haben sie dafür die Form des Taizégebetes. Dieses zeichnet sich durch eine Vielzahl gesungener Gebete, vereinzelt vorgetragenen Bibeltexten, Stille, Fürbitten und Lobpreisungen aus. Es ist eine besondere Form eines Gottesdienstes und schliesst das „Unser Vater“ und einen abschliessenden Segen als liturgische Elemente mit ein.


Schon beim Eintreffen der Interessierten, Einladenden und Vortragenden war eine aufgeregte Spannung zu spüren. Mit der Durchführung einer ökumenischen Andacht in unserem Gotteshaus betreten wir als Neuapostolische Kirche in der Ostschweiz Neuland. Nach einiger Zeit des gegenseitigen Kennenlernens und etlichen Gesprächen war es möglich, diesen Schritt zu machen. Die neuapostolischen Christen möchten eine christliche Gemeinschaft für alle Menschen sein; Christus ist für jeden Einzelnen am Kreuz gestorben.


Die interessierten Besucher erwartete im Kirchensaal eine feierliche Stille. Blickfang bildete ein vor dem Altar aufgestelltes hohes Blumengefäss, welches reich mit Pfingstrosen und Lilien geschmückt war. Dieses war eingerahmt von drei quadratischen flachen Gefässen, die mit Sand gefüllt waren. Im Verlauf der Feierstunde platzierten die Gottesdienstbesucher Kerzen darin.


Thomas Fiechter, Leiter der Neuapostolischen Kirche, Bezirk St. Gallen, begrüsste die Anwesenden herzlich und stellte die Vertreter der christlichen Kirchen, die ihn begleiteten, namentlich vor.


Mathias Wenk, ACK Präsident, ergriff anschliessend das Wort und brachte seine Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck, dass am Vorabend zu Pfingsten ein derartiger Anlass möglich geworden sei und die ACK-Vertreter Gäste sein dürfen in der Neuapostolischen Kirche St. Gallen. Er lud alle Teilnehmenden ein, zusammen den Gottesdienst zu feiern und sich mit der Geisteskraft Gottes zu verbinden, die der gemeinsame Boden der christlichen Kirchen sei.


Den weiteren Ablauf der Feier mit Gebet, Gesang, Stille, Fürbitte und Lobpreisung gestalteten Daniel Konrad, Pfarrer der Christkatholischen Kirche, Regula Gamp-Syring, Pfarrerin der Evangelisch-Reformierten Kirche, Matthias Wenk Pastoralassistent der Römisch-Katholischen Kirche des Bistums St. Gallen, Jörg Niederer, Pfarrer der Evangelisch-Methodistischen Kirche, Pfarrer Mihail Adam, Vertreter der Rumänisch-Orthodoxen Kirche und der Bezirksälteste Thomas Fiechter.


Vor dem Auszug aus dem Kirchensaal gab Thomas Fiechter seiner Freude Ausdruck, dass so viele der Einladung gefolgt waren. Er dankte allen für ihr Kommen und wünschte den Teilnehmern, dass die Hoffnung und Freude der gemeinsamen Andacht in den Pfingstsonntag und die kommende Zeit aus- und weiterklingen kann.


Er lud alle zum Apéro ins Foyer der Kirche. Das soeben Erlebte konnte weiter vertieft, das Nächste und die Vertreter der ACK näher kennengelernt werden.                                                                                                                         


Im Anschluss an das Taizégebet wurde lebhaft und ausführlich diskutiert, Gedanken ausgetauscht und der Begeisterung über den 1. ACK-Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche Ausdruck gegeben. Wir sind sehr dankbar für die Bereitschaft der ACK-Mitglieder einer Gastkirche das Vertrauen für eine gemeinsame Feierstunde entgegen zu bringen und für ihr zahlreiches Erscheinen und Mitwirken. Es durfte eine grosse Gemeinde zusammenkommen, die sich aus allen christlichen Gemeinschaften zusammensetzte.


Wir alle hoffen auf weitere gemeinsame Begegnungen, um dem Ökumenischen Raum und Einheit geben zu können, ganz im Sinne eines von Christus gelebten Pfingstfestes.


 


Hintergrundinformation:


Die Anfänge


Roger Schutz, der später Frère Roger wurde, kam 1940, mit 25 Jahren, nach Taizé, um gemeinsam mit anderen Männern Menschen in Not zu helfen und mit ihnen zu leben. Der Norden Frankreichs war besetzt, Taizé lag im nicht besetzten Teil Frankreichs.


Sie nahmen zunächst – während des Krieges – Menschen auf, die auf der Flucht aus dem besetzten Norden waren. 1944 hatten sich die Verhältnisse umgedreht: Aus den Verfolgern waren Verfolgte geworden, aus den Angreifern Gefangene. Roger Schutz und seine Freunde erhielten die Erlaubnis, an den Sonntagen die deutschen Kriegsgefangenen zu sich einzuladen.  Vor allem aber um die im Krieg verwaisten Kinder kümmerten sich die Brüder – gemeinsam mit Frère Rogers Schwester Geneviève.


Der Gründungsvater Frère Roger hatte die Vision eines Gottes, der nur lieben kann.


Gott will uns glücklich sehen. Wir dürfen glücklich sein. Wir sollen glücklich sein.


Irgendwann fragten die Menschen, für die sie sorgten, ob sie nicht mitbeten dürften. Und dies ist der eigentliche Beginn des „Taizégebets“. Da treffen sich einige Menschen, um zu beten, und andere kommen dazu, weil sie mitbeten wollen.


Communauté de Taizé
1949 kamen sieben Männer in der kleinen Dorfkirche von Taizé zusammen. Sie hatten beschlossen, sich ihr ganzes Leben lang zu engagieren. Damit war der erste Orden evangelischer Christen seit der Reformationszeit entstanden: die Communauté de Taizé. Dieser Bruderschaft gehören heute etwa 100 Brüder an von verschiedenen Konfessionen und aus über 25 Nationen.